Architektin Verena Feld referiert über Energieeinsparung bei Haus und Grund Riegelsberg

17.03.2015."Wir gehen viel schlauer nach hause, als wir gekommen sind“, bemerkte der Vorsitzende Horst Altmeyer im Anschluss an das Referat von Frau  Dipl. Ing. Verena Feld beim Haus- und Grundeigentümerverein Riegelsberg in der Riegelsberghalle. Frau Feld erläuterte die Bedeutung der Energieberatung sowohl beim Altbau als auch beim Neubau. Sie stellte die inzwischen vielfältigen gesetzlichen Vorschriften zur Energieeinsparung vor. So ist beispielsweise die Vorlage eines Energieausweises für das Gebäude mittlerweile sowohl beim Verkauf eines Gebäudes als auch bei der Vermietung einer Wohnung gesetzlich vorgeschrieben. 

Beim Altbau sind Einsparungen beim Energieverbrauch und den entsprechenden Kosten um bis zu 75 Prozent möglich. Die Referentin stellte ein von ihr betreutes Projekt als Beispiel vor,  bei dem der Verbrauch von 250 kWh/m²a auf 60 kWh/m²a gesenkt werden konnte. Als Neubaureferenz stellte sie ein von ihr konzipiertes "Plusenergiehaus" mit einem Verbrauch von 15 kWh/m²a vor, welches für Heizung- und Warmwasserbereitung zusammen 2.500 kWh/a benötigt, über erneuerbare Energien jedoch zusätzlich 12.000 kWh/a produziert. Nach den jetzigen gesetzlichen Vorschriften darf auch kein Neubau mehr errichtet werden, bei dem nicht erneuerbare Energien zum Einsatz kommen, sei es eine Photovoltaik-Anlage, eine Pellet-Heizung oder zumindest entsprechende Ersatzmaßnahmen gemäß dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz. 

Beim Altbau, das heißt bei Bestandsgebäuden, besteht beim Eigentümerwechsel unter Umständen eine Nachrüstpflicht, was dazu führen kann, dass Heizungen, die älter als 30 Jahre sind ausgetauscht werden müssen. Inzwischen ist der Einbau von Heizungen mit Brennwert-Technik der absolute Standard. Frau Feld stellte auch Förderprogramme vor. So können Investitionen in Energiesparmaßnahmen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau entweder mit einem Zuschuss in Höhe von 10 Prozent der Investitionssumme oder mit einem Darlehen zu einem effektiven Jahreszins von derzeit 0,75 Prozent gefördert werden. Weniger bekannt ist, dass auch eine Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) möglich ist.

Frau Feld wies darauf hin, dass es für die Beantwortung der Frage, ob und welche Energiesparmaßnahmen sinnvoll seien kein pauschales Sanierungskonzept geben könne, sondern dass dies nur im Einzelfall unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit beurteilt werden kann. Hierzu bietet sich an, einen so genannten Gebäudecheck durchführen zu lassen, der von der Verbraucherzentrale des Saarlandes bei einem geringen Eigenanteil von 20 Euro gefördert wird oder eine noch ausführlichere BAFA-geförderte Gebäudeenergieberatung vor Ort.

Die Referentin wies darauf hin, dass bei der Frage der Energieeinsparung eine Gesamtbetrachtung notwendig sei. Dabei ist auch der Gesichtspunkt des Energieverbrauchs bei der Herstellung eines Baustoffs als auch dessen Entsorgung zu berücksichtigen. Es gehe um die Frage der Nachhaltigkeit und darum, "gut" zu handeln und nicht nur etwas weniger schlecht. Daher solle man bei der Sanierung im Bestand als auch beim Neubau möglichst nachwachsende Baustoffe vorziehen, denn diese besitzen neben Ihrer positiven Gesamtbilanz was den Lebenszyklus angeht zudem viele positive Eigenschaften wie z.B. guten sommerlichen Wärmeschutz und tragen zu einem gesunden Raumklima bei. Gerade für Allergiker ist der Einsatz ökologischer Dämmstoffe der beste Weg beschwerdefrei und gesund zu wohnen. 

Fazit: Ein durchaus spannendes Thema, wobei Frau Feld die Besucher des Vortrages durch ihr ausgewiesenes Fachwissen beeindrucken konnte.