Haus und Grund Riegelsberg gegen Windräder in Riegelsberg

11.11.2014 Haus & Grund Riegelsberg hat nach § 2 Abs. 2 der Vereinssatzung die Aufgabe, „die Interessen der Haus- Wohnungs- und Grundeigentümer wahrzunehmen“ und „in Öffentlichkeit und Politik zu vertreten“. Deshalb mischen wir uns ein, wenn die Gesundheit und das Eigentum unserer Bürger in Frage stehen. Der Vorstand hat sich in mehreren Sitzungen mit den geplanten Windrädern in der Fröhn im Riegelsberger Wald befasst. Haus und Grund Riegelsberg hat sich daraufhin aufgrund eines einstimmigen Beschlusses des Vorstands gegen die geplanten Windräder in der Frön ausgesprochen, d.h. wir haben empfohlen, bei den Fragen 1, 2 und 5 der Bürgerbefragung am 2.11.2014 mit „Nein“ zu stimmen. Hierfür waren folgende Erwägungen maßgeblich:

1)  Über Jahrzehnte wurde die Ausweisung eines Gewerbegebiets in Riegelsberg abgelehnt mit der Begründung, bei der Gemeinde Riegelsberg handele es sich um eine reine Wohngemeinde. Dies soll jetzt auf einmal nicht mehr gelten, stattdessen wird mitten im Wald ein Industriegebiet ausgewiesen, in dem drei oder vier Windräder aufgestellt werden sollen. Das Saarland ist von den deutschen Bundesländern eines der am dichtesten besiedelten Länder. Davon ist der Regionalverband Saarbrücken wiederum der Landesteil, der am dichtesten bebaut ist. Deshalb ist hier kein Platz für Windenergieanlagen.

2)  Die Gemeinde ist in der Verantwortung für die Gesundheit ihrer Bürger. Ob durch die Windräder eine gesundheitliche Gefahr ausgeht wissen wir nicht. Solange solche Gefahren jedoch nicht auszuschließen sind,  ist mit Windrädern der größtmögliche Abstand zur Wohnbebauung einzuhalten, und das sind nicht 650 oder 800 Meter, sondern 2000 Meter, wie dies zum Beispiel in Bayern vorgeschrieben ist.

3)  Wird durch die Windräder die Attraktivität der Gemeinde erhöht? Die Windräder führen zur so genannten „Verspargelung“ der Landschaft, des weiteren befürchten viele Bürger eine deutliche Wertminderung ihrer Grundstücke. Demgegenüber sind keine Gesichtspunkte ersichtlich, die zu einer Erhöhung der Attraktivität der Gemeinde durch die Windenergieanlagen führen würden.

4)  Wir halten das Argument der Energieeinsparung für fraglich, da für den Fall, dass kein Wind weht gleichwohl konventionelle Kraftwerke vorgehalten werden müssen. Dies gilt jedenfalls, solange noch keine Speichermöglichkeit für Strom besteht. Vollends widersinnig wird die Stromerzeugung durch Windenergie, wenn man bedenkt, dass zuviel erzeugter Strom durch Windräder ins Ausland geleitet wird und dies auch noch subventioniert werden muss.

5)  Nach unserer Kenntnis arbeiten dreiviertel aller Windkraftanlagen in Deutschland mit Verlust. Es dürfte sich dabei um die Windräder handeln, die im Binnenland aufgestellt wurden, da dort zu wenig Wind herrscht, wie dies auch in Riegelsberg voraussichtlich der Fall ist. Bei dieser Sachlage halten wir es für bedenklich, wenn die Gemeinde Riegelsberg ihren Bürgern nahe legt, sich finanziell an einer in Riegelsberg geplanten Windenergieanlage zu beteiligen.

Als Ergebnis der Bürgerbefragung in Riegelsberg bleibt festzustellen, dass 67,4 Prozent der teilnehmenden Bürger gegen einen Windpark mit drei Windrädern und einem Abstand von 800 Metern zur Wohnbebauung (Frage 1)  sowie 76 Prozent gegen eine Anlage mit vier Windrädern und einem Abstand von 650 Metern (Frage 2) gestimmt haben. Eine finanzielle Beteiligung an Windkraftprojekten haben 48,5 Prozent der Bürger abgelehnt, 23,6 Prozent waren dafür bei 27,9 Prozent Enthaltungen (Frage 5). Dies ist eine klare Ablehnung der Windräder, und es ist festzustellen, dass die Riegelsberger Bürger ersichtlich hinter der von Haus & Grund Riegelsberg vertretenen Meinung stehen.

Die Interessenvertretung der Windräderindustrie im Köllertal plädiert dafür, wörtlich: „den Bürgerwillen dahingehend zu respektieren, dass der Mindestabstand zur Wohnbebauung auf 800 Meter vergrößert wird. Damit schrumpft die Anzahl der Windräder im „Windpark Fröhn“ auf drei Stück“. Nun, haben die Bürger denn nicht glasklar zum Ausdruck gebracht, dass sie überhaupt keine Windräder in der Fröhn wollen, d.h. weder drei oder vier, noch egal in welchem Abstand? Was als „Respektierung des Bürgerwillens“ bezeichnet wird ist nichts anderes als eine Verfälschung des Ergebnisses der Bürgerbefragung und eine reine Verhöhnung des Willens der Bürger von Riegelsberg, gegen die Windräder zu sein, man könnte auch sagen der Versuch, die Menschen für dumm verkaufen zu wollen!

Wichtig ist es jetzt, bei den Bürgern um Zustimmung zu werben, sachlich Argumente vorzubringen und Mehrheiten gegen die geplanten Windräder in der Fröhn zu gewinnen. Und:  Das Gewicht eines Interessenverbands ist abhängig von der Zahl der Mitglieder, die er vertritt. Deshalb bitte ich alle Riegelsberger und Heusweiler Bürger, die die ablehnende Position gegen die Windräder teilen, unserem Verein „Haus & Grund Riegelsberg“ http://www.hug-riegelsberg.de oder einem der Vereine gegen die Windräder beizutreten und uns bzw. sie zu unterstützen. Es handelt sich um den Verein „Fröhner Wald – Für Mensch und Natur e.V.“, Blumenstraße 90, 66265 Heusweiler http://www.froehnerwald.de oder die „Bürgerinitiative LebensEnergie Riegelsberg“, Hilschbacher Straße 15, 66292 Riegelsberg   http://www.lebensenergie-riegelsberg.de .